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Gesunde Wut: der Satz, der mich befreit hat

Aus dem Kroatischen übersetzt.

Jahrelang glaubte ich, Wut sei etwas, das man verstecken, unterdrücken, hinunterschlucken muss. Dass sie, wenn ich sie herauslasse, alle Beziehungen um mich herum zerstört. Und dann lernte ich durch körperorientierte Therapie etwas ganz anderes – Wut ist eine Lebenskraft. Und wie jede Kraft bricht sie, wenn man sie nicht bewusst ausdrückt, irgendwo anders hervor – im Körper, in den Gedanken oder gegen einen selbst.

In der Therapie lernte ich, expressiv zu sein. Ich schlug, schrie, schüttelte Kissen – so sehr, dass ich einmal sogar meine Stimme verlor. Die Katharsis war stark. Aber danach … wusste ich nicht, wie ich im echten Leben „Ich bin wütend“ sagen sollte. Ich hatte immer noch Angst vor meiner eigenen Wut, als wäre sie ein Feind und nicht die Stimme meiner Grenze.

Und dann kam in der Gruppentherapie der Satz, der für mich alles verändert hat:

„Das macht mich wütend.“
Einfach. Leise. Wahr.

Ich musste nichts erklären, mich nicht rechtfertigen, nicht „im Recht“ oder „dramatisch genug“ sein. Ich konnte einfach zugeben: Etwas in mir spürt Wut. Und das genügte. Dieser Satz half mir, ein Gefühl nicht länger zu ersticken, das da war, um mich zu schützen. Um mich an meinen Wert, an meine Wahrheit zu erinnern.

Danach war Wut nicht mehr etwas, das mich zerreißt – sondern etwas, das mich mit mir selbst verbindet. Und mit anderen. Denn wenn ich meine Wut anerkenne, kann ich auch die der anderen verstehen. Ich muss keine Angst mehr vor Gefühlen haben – weder vor meinen noch vor fremden.

Ich spürte, wie viel Angst verschwindet, wenn ich mir diese Ehrlichkeit erlaube. Wie sehr mich das Annehmen von Wut – der eigenen und der fremden – freier, ruhiger, lebendiger macht.

Ein Zitat, das mich begleitet:

„Wut ist die Hüterin der Grenzen. Sie muss nicht schreien, um gehört zu werden.“– Unbekannt