← Blog

Grenzen: unsichtbare Linien, die unsere Würde schützen

Aus dem Kroatischen übersetzt.

Grenzen sind keine Mauern. Sie sind Brücken mit klaren Ein- und Ausgängen. Grenzen sind keine Härte – sie sind Selbstfürsorge. In einer Welt, die oft von uns verlangt, „brav“, „flexibel“ und „immer da“ zu sein, empfinden wir Grenzen manchmal als etwas Schlechtes, Egoistisches oder Kaltes. Dabei sind Grenzen die sanfteste Art zu sagen: „Hier ende ich, und hier beginnst du.“

Was sind Grenzen – psychologisch betrachtet?

Laut Psychologinnen und Psychologen sind Grenzen emotionale, körperliche und mentale Linien, die festlegen, wo unsere Verantwortung endet und die der anderen beginnt. Sie bestimmen, was für uns akzeptabel ist und was nicht – in Beziehungen, im Job, in der Familie und sogar in der Art, wie wir mit uns selbst sprechen.

Dr. Brené Brown, die bekannte Forscherin zu Verletzlichkeit und menschlichen Beziehungen, beobachtet, dass die großzügigsten Menschen, die sie kennt, auch die klarsten Grenzen haben. Das heißt: Wir können andere nicht wirklich lieben, ihnen helfen oder ein „guter Mensch“ sein, wenn wir uns dabei selbst verlieren.

Woran erkennst du, dass deine Grenzen verletzt werden?

  • Du fühlst dich nach einem Gespräch oder Treffen ausgelaugt.
  • Du hast das Gefühl, dass dir „alles zu viel“ ist, weißt aber nicht, warum.
  • Du sagst „Ja“, während du innerlich „Nein“ schreist.
  • Du spürst Wut, unterdrückst sie aber.
  • Du hast das Gefühl, dass Menschen dich „ausnutzen“ oder nicht respektieren.

Das sind keine Zeichen, dass mit dir etwas nicht stimmt – es sind Signale, mit denen dir Körper und Psyche sagen: „Setz eine Grenze. Schütz dich.“

Wie setzt man sie?

  1. Bemerke, was dich stört. Wenn du oft frustriert bist, überschreitet vielleicht jemand deine Grenze – auch wenn sie unausgesprochen ist.
  2. Du musst dich für ein „Nein“ nicht entschuldigen. „Nein“ ist ein ganzer Satz. Er kann sanft, aber bestimmt gesagt werden.
  3. Setz sie zuerst dir selbst. Wenn du dir selbst keine Grenzen setzt (z. B. aufhören zu arbeiten, wenn du müde bist, nicht immer allen sofort antworten), werden andere sie kaum respektieren.
  4. Nicht alle werden glücklich sein. Und das ist in Ordnung. Wenn du den Tanz änderst, kommen manche aus dem Takt. Das heißt aber nicht, dass du nicht auf deine Weise tanzen solltest.

Und noch etwas Wichtiges …

Grenzen gelten nicht nur gegenüber anderen. Sie gelten auch uns selbst gegenüber. Zum Beispiel eine Grenze gegenüber Selbstkritik. Oder gegenüber der Erwartung, immer stark sein zu müssen. Oder dagegen, für alles und jeden die Verantwortung zu übernehmen.

Grenzen sind gelebte Selbstliebe. Und sie sind nicht egoistisch – sie sind das Fundament gesunder Beziehungen.