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Freundlichkeit sich selbst gegenüber: die schwerste Lektion

Aus dem Kroatischen übersetzt.

Als ich zum ersten Mal Rupi Kaurs Home Body in die Hand nahm, hätte ich nicht erwartet, mich auf jeder Seite wiederzuerkennen. Doch ihre Worte trafen mich mitten ins Herz. Angst, Selbsthass, Traumata, toxische Beziehungen – alles, was ich mit mir herumtrug, aber nicht in Worte fassen konnte.

Manchmal frage ich mich, warum es so schwer ist, sanft zu mir selbst zu sein. Warum kann ich anderen mit Verständnis begegnen, nehme mir selbst aber immer alles übel?

Liebe, die nicht um Erlaubnis bittet

Ein Vers hat mich besonders innehalten lassen:

Wie oft habe ich gedacht, ich müsse mir Liebe verdienen? Ich müsse besser, stärker, erfolgreicher sein, um es wert zu sein, angenommen zu werden? Manchmal scheint mir das ganze Leben ein Wettbewerb zu sein, den ich nicht gewinnen kann.

Und dann stoße ich auf einen Vers wie diesen und verstehe – vielleicht liegt das Problem in den Mustern, die mir eingepflanzt wurden. Vielleicht muss Liebe kein Kampf sein.

Mutterschaft und die Angst, Fehler zu wiederholen

Rupi Kaur schreibt auch über Mutterschaft, und dieser Teil hat mich besonders berührt. Denn jetzt, mehr denn je, erkenne ich, wie viel ich aus der Vergangenheit mit mir trage. Ich habe Angst, dass mein Kind dieselbe Angst spüren wird, die ich gespürt habe. Ich habe Angst, die Fehler zu wiederholen, die andere vor mir gemacht haben.

Mutterschaft ist wunderschön, aber sie ist auch ein Spiegel. Darin siehst du alles, was du längst begraben glaubtest. Alle Unsicherheiten, alle inneren Stimmen, die dir sagen, dass du nicht gut genug bist.

Und dann kommt der Moment, in dem du verstehst – wenn ich will, dass mein Kind in Liebe aufwächst, muss ich zuerst lernen, sie mir selbst zu schenken.

Heilung verläuft nicht geradlinig

Rupi Kaur schreibt oft über Heilung, aber nicht als etwas, das über Nacht geschieht. Es ist ein Prozess. Mal geht es vorwärts, mal zurück. Manchmal bemerkst du ihn gar nicht, bis du eines Tages aufwachst und merkst, dass dir ein wenig leichter ist als zuvor.

Vielleicht ist das, was wir verloren haben, gar nicht verschwunden. Vielleicht ist es nur in anderer Gestalt zurückgekehrt – in einer Kraft, die wir nicht erkannt haben, in der Zärtlichkeit, die wir uns selbst zu schenken lernen.

Ich versuche, mir das vor Augen zu halten, wenn ich spüre, dass ich in zerstörerischen Gedanken versinke. Freundlichkeit sich selbst gegenüber ist keine Schwäche. Manchmal weiß ich nicht, wie ich sie mir schenken soll, aber ich lerne es. Und manchmal genügt auch das.