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Wie uns der Algorithmus beibringt, einander zu hassen – warum, und wie wir uns wehren können

Aus dem Kroatischen übersetzt.

Soziale Medien wirken heute wie ein endloser Krieg zwischen Männern und Frauen. Solche Inhalte liegen im Trend und überzeugen uns schnell davon, dass „alle Männer furchtbar“ oder „alle Frauen unmöglich“ sind. Bemerkenswert ist, wie der Algorithmus jedem genau das serviert, was die eigenen Frustrationen bestätigt.

Ich als Frau bekomme Inhalte, die meine Vorurteile gegenüber Männern bestätigen. Mein Mann sieht Inhalte, die seine Frustration über Frauen bestätigen. Sogar die Kommentare unter denselben Beiträgen sind unterschiedlich – zugeschnitten auf unser Geschlecht und unsere Perspektive. Der Algorithmus bemüht sich, uns recht zu geben.

So landet jeder Partner in seiner eigenen Blase bestätigter Vorurteile.

Man kann sich vorstellen, wie ein Paar miteinander spricht, nachdem es sich monatelang den Kopf mit Inhalten gefüllt hat, die die andere Seite als egoistisch, manipulativ oder unfähig darstellen. Haben sie dann mehr Geduld miteinander? Respektieren sie einander? Wie leicht finden sie im Konflikt eine Lösung?

Für Singles ist es noch schlimmer. Soziale Medien vermitteln den Eindruck, Männer und Frauen würden sich nicht einmal mehr mögen. Frauen „brauchen keine Männer mehr“, „erwarten zu viel“ und „sind unrealistisch“. Männer hingegen werden als emotional unreif, faul oder nur dann als wertvoll dargestellt, wenn sie viel Geld verdienen.

Es stimmt, dass beide Geschlechter heute oft unrealistische Erwartungen haben. Aber es stimmt nicht, dass Beziehungen früher einfach und harmonisch waren und erst die Moderne sie verdorben hat.

Im 17. Jahrhundert verkaufte Giulia Tofana Frauen ein Gift, mit dem sie sich gewalttätiger und ungewollter Ehemänner entledigten. Wenn eine Frau die Ehe nicht verlassen konnte, war das Gift für manche der einzige Ausweg. Diese Geschichte erinnert daran, dass die Beziehungen zwischen Männern und Frauen nicht wegen des Feminismus oder der sozialen Medien kompliziert geworden sind – sie waren es schon immer.

Der Feminismus entstand nicht aus Männerhass, sondern aus dem Bedürfnis, dass Frauen gleiche Rechte und Wahlfreiheit bekommen. Das Problem ist, dass wir manchmal von einem Extrem ins andere gefallen sind. Früher sagte man Frauen, ohne Mann könnten sie nichts. Heute senden soziale Medien oft die gegenteilige Botschaft: Am besten sei man ohne Mann, Ehe und Familie seien für Frauen nur eine Last.

Die Wahrheit ist, wie immer, viel komplexer.

Viele glückliche Paare, die ich kenne, leben sehr traditionell: Der Mann verdient mehr, die Frau kümmert sich mehr um die Familie. Andere bemühen sich um Gleichberechtigung bei Finanzen, Haushalt und Familienarbeit. Keines der Modelle garantiert für sich allein Glück oder Unglück.

Was die Qualität einer Beziehung wirklich bestimmt, ist gegenseitiger Respekt und die Anerkennung dessen, was der andere beiträgt.

Wenn ein Partner zu glauben beginnt, er „mache alles“ und der andere „mache nichts“, frisst Verbitterung die Beziehung langsam auf. Das gilt für die finanzielle Last genauso wie für Haushalt und emotionale Arbeit.

Die Verteilung der Last ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der Risikoverteilung. Wenn die gesamte finanzielle oder familiäre Last auf einer Person liegt, wird diese Person verletzlich und überlastet. Eine Partnerschaft sollte ein Ort sein, an dem die Last geteilt wird – und nicht einer, an dem ein Mensch still darunter zerbricht.

Frauen haben heute mehr Möglichkeiten als früher, und das ist gut. Doch mit den Möglichkeiten für Frauen ist auch die Bandbreite von möglichem Erfolg und möglichem Scheitern gewachsen – und die Bandbreite der Erwartungen, die wir an uns selbst stellen. Wir erwarten von uns, erfolgreich, schön, erfüllt, gute Mütter, gute Partnerinnen, emotional stabil, produktiv, ehrgeizig, gepflegt und stets lächelnd zu sein. Wenn wir einer dieser Rollen nicht gerecht werden, werden wir zu unserer schärfsten Kritikerin. Wir werfen uns vor, dem traditionellen Frauenbild nicht zu entsprechen, und gleichzeitig, nicht erfolgreich, reich, unternehmerisch oder perfekt gebaut genug zu sein (also dem modernen Frauenbild nicht zu entsprechen). Ehrlich gesagt glaube ich, dass Männer oft gar nicht so viel von uns erwarten wie wir selbst.

Deshalb ist das Gespräch über Erwartungen eine der wichtigsten Fähigkeiten in einer Beziehung. Viel Groll entsteht aus unausgesprochenen Erwartungen, von denen der andere nie wusste, dass er sie erfüllen sollte.

Ich habe mit der Zeit meine Prioritäten gewählt. Am wichtigsten sind mir Harmonie in der Familie, innerer Frieden, Zeit mit meinem Kind und eine Arbeit, die ich liebe. Mich interessiert weder das Aussehen eines Models noch die Vorstellung, ich müsse eine erfolgreiche CEO werden. Von all den Möglichkeiten, die Frauen heute haben, muss sich meiner Meinung nach jede von uns ein Leben schneidern, das ihr passt, statt sich in fremde Ideale von Weiblichkeit zu zwängen.

Frau zu sein ist für mich weder eine Einschränkung noch die wichtigste Definition meiner Identität. Manchmal bin ich sanft, manchmal schroff, manchmal emotional, manchmal kühl. All das bin immer noch ich. Am freiesten fühle ich mich, wenn ich aufhöre darüber nachzudenken, wie ich mich als Frau verhalten sollte, und einfach tue, was für mich als Mensch Sinn ergibt.

Deshalb finde ich, wir sollten sehr vorsichtig mit den Inhalten sein, die uns täglich etwas „ins Ohr flüstern“ dürfen. Verallgemeinerungen, Hass auf das andere Geschlecht und der ständige Beweis, wer schlimmer ist, tun weder Männern noch Frauen gut.

Wenn wir gesunde Beziehungen wollen, müssen wir aufhören, unsere eigene Verbitterung zu füttern.

Viel sinnvoller ist es, Verständnis aufzubauen, über Erwartungen zu sprechen und Inhalte zu wählen, die uns nicht zu Menschen machen, die im Partner einen Feind statt eines Verbündeten sehen.